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Paartherapie / Paarberatung


Als Paar zusammenzuleben und auch über viele Jahre liebevoll verbunden zu bleiben ist in Zeiten von freiwilligen Beziehungen extrem schwierig geworden. Liebe, Erotik, romantisches Miteinander und partnerschaftliches Zusammenleben scheinen entweder selbstverständlich da zu sein oder sie lösen sich im Lauf des Alltags einfach auf. Übrig bleiben Frustrationen, enttäuschte Liebe, Bitterkeit Nur eine Trennung scheint einen Ausweg zu bieten.

Betrachtet man Paarkonflikte auf einer tieferen Ebene, so finden sich in der jeweiligen Paarkonstellation immer wieder (und dies bei beiden Partnern wechselseitig) alte, oft in der Kindheit geprägte Wunden, die vom Partner teils bewusst teils unbewusst wieder aktiviert werden. Dies sind die Stellen in der Paarbeziehung, die zunächst unlösbar erscheinen.

Ein weiterer Aspekt, der oft sehr unterschätzt wird, ist derjenige der positiven gegenseitigen Aufmerksamkeit, man könnte auch sagen der Achtsamkeit füreinander. In der Verliebtheitsphase ist dieser Aspekt so leicht zu verwirklichen, es gibt nur diesen einen anderen, nur das " Uns" als Paar. Alles am anderen ist interessant, neu und vertraut zugleich, aufregend und anregend. Gerade diese Neugier, dieses auf den anderen gerichtete Interessiert- sein macht, dass beide Partner sich enorm aufgewertet und angenommen fühlen. Fällt nun mit dem Alltag, zwischen Beruf, Kindern, Hobbys etc. genau diese Achtsamkeit für den anderen weg oder kehrt sich sogar z.B. durch ständige Vorwürfe ins Gegenteil, dann verzichtet das Paar nach und nach auf einen anfänglichen stützenden Pfeiler der Beziehung. Die Gegenwart des anderen wird nicht mehr als Bereicherung sondern als Belastung erlebt.

Personenzentrierte Paartherapie setzt immer auf beiden Ebenen an. Die Resourcen des Paares müssen gestärkt werden, die gegenseitige Achtsamkeit wird immer wieder in den Fokus genommen. Körperliche Merkmale, Eigenarten, Eigenschaften, Fähigkeiten, die am anderen gefallen, können benannt, offen gelegt und so direkt und indirekt verstärkt werden.

Ohne sich die alten Verletzungen anzuschauen und Klärungen und Absprachen zu treffen, wie mit den gegenseitigen wunden Punkten umzugehen ist, eventuell auch die Aufarbeitung eines alten Traumas anzuregen, wird eine Paartherapie selten erfolgreich verlaufen. Beide Partner werden in einer verständnisvollen und wertschätzenden Weise dazu angeregt, sich den eigenen Verletzungen zu stellen, die Verantwortung für die eigenen Entwicklungsaufgaben nicht länger an den Partner abzugeben und sich dann mit dem Partner und der Partnerschaft auf einem neuen Niveau auseinander zu setzen. Ziel ist es, die Partnerschaft mit neuem Bewusstsein wieder als beglückend und bereichernd erleben zu können.

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